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letzte änderung am 15. november 2003


Für den Menschen kann der zweigliedrige Hundebandwurm besonders gefährlich werden. Er befällt vorwiegend erwachsene Hunde. Der zweigliedrige Hundebandwurm bewirkt einen starken Juckreiz bei Ihrem Hund. Deswegen: Wenn Sie Ihn vermehrt beim "Schlittenfahren" (dabei rutschen die Hunde mit dem Po über den Boden, ziehen sich mit den Vordergliedmaßen vorwärts) beobachten, sollten Sie unverzüglich den Tierarzt aufsuchen. Er kann feststellen, ob und unter welchen Würmern Ihr Vierbeiner leidet und ihn behandeln


Wurmparasiten
Gefahr für Hund und Halter

Der Wurmbefall bei Hunden ist auch für die menschliche Gesundheit von großer Bedeutung. Deshalb sollen die wichtigsten Wurmarten kurz vorgestellt sowie ihre Auswirkungen auf Hund und Mensch und die Bekämpfungsmöglichkeiten besprochen werden.

Bei seiner Praxistätigkeit muß der Autor immer wieder feststellen, daß Hunde und insbesondere Welpen immer intensiver betreut werden. Während aber zum Beispiel Zecken und den von ihnen übertragenen Krankheiten große Aufmerksamkeit zuteil wird, gerät die Entwurmung von Hunden mehr in den Hintergrund. Würmer leben als Schmarotzer im Darm des Hundes. Sie werden von diesem als Eier oder Larven aufgenommen und entwickeln sich in verschiedenen Organen zu ausgewachsenen Würmern. Diese siedeln sich schließlich im Darm an und produzieren dort Eier, die entweder direkt oder über Zwischenwirte Ansteckungsquelle für andere Hunde oder auch für Menschen sein können.


Zwei grosse Gruppen

Die Wurmarten des Hundes unterteilt man unter praktischen Gesichtspunkten in zwei große Gruppen, in die Rundwürmer (Neumatoden) und die Bandwürmer (Zestoden).


Rundwürmer

Rundwürmer erkennt man an ihrer nicht gegliederten Gestalt mit rundlichem Querschnitt und meist spaghettiähnlichem Aussehen. Sie scheiden mit dem Kot ihres Wirtes für das Auge nicht sichtbare Eier aus, im Gegensatz zu den Bandwürmern, bei denen die am After abgehenden Glieder meist gut zu erkennen sind. Folgende Arten von Rundwürmern sind beim Hund von besonderer Bedeutung:

a. Spulwürmer sind die häufigste Ursache für Wurmbefall beim Welpen. Die Übertragung auf die Welpen erfolgt durch das Muttertier – entweder bereits in der Gebärmutter vor der Geburt oder danach beim Säugen mit der Muttermilch. Später erfolgt die Eiaufnahme beim Gassi gehen durch Lecken und Schnüffeln an kontaminierten Stellen oder das Fressen von Kleinnagern. Ein Spulwurm produziert bis zu 200 000 Eier pro Tag, so daß infizierte Tiere eine überall vorhandene Infektionsquelle in der Umwelt schaffen. Die Wurmlarven machen eine umfangreiche Wanderung durch den Körper des Welpen, besonders durch die Muskulatur und Leber, wo sie lange Zeit verkapselt liegen bleiben können.

b. Hakenwürmer besitzen Zähne, mit denen sie sich in der Darmschleimhaut des Hundes festbeißen und Blut saugen. Die Übertragunswege sind ähnlich wie beim Spulwurm. Als Besonderheit soll erwähnt werden, daß sich Hakenwurmlarven auch durch die Haut bei Hund und Mensch bohren können.

c. Peitschenwürmer übertragen sich auf den Hund durch die Aufnahme der Eier mittels Nase oder Zunge. Sie spielen beim Hund keine so große krankmachende Rolle.

d. Herzwürmer sind in Deutschland nicht zu Hause, haben aber durch verstärkte Reisetätigkeit und den Import von Hunden aus dem Mittelmeerraum an Bedeutung gewonnen. In Südeuropa werden diese Würmer durch bestimmte Stechmückenarten auf Hunde übertragen. Sie können als bis zu 30 cm lange Tiere im Herzen leben und zahlreiche Larven produzieren, die mit dem Blut herumschwimmen. Ein Befall kann beim Hund lange unentdeckt bleiben, aber auch schwere Erkrankungen mit Todesfolge ist möglich. Dieser Parasit soll deshalb erwähnt werden, weil bei einer Reise in gefährdete Gebiete eine Vorbeuge mit Tabletten sinnvoll ist, denn die Behandlung eines erkrankten Hundes ist nicht komplikationslos.


Bandwürmer

Bandwürmer sind im Querschnitt abgeflachte, in Glieder unterteilte Würmer, die wie eine Aneinanderreihung von Reiskörnern oder Blattnudelteilen aussehen. Mit ihrem Kopf sind sie im Wirt in der Darmschleimhaut verankert und produzieren sichtbare, die Eier enthaltenen Glieder, die aus dem Darm ausgeschieden werden und sich bewegen können. Sie benötigen für Ihre Entwicklung Zwischenwirte wie Nagetiere oder Flöhe, die dann vom Endwirt (in diesem Fall vom Hund) aufgenommen werden. Beim Hund kommen einige Bandwurmarten vor, von denen der Hundebandwurm, der Fuchsbandwurm und der Kürbiskernbandwurm namentlich erwähnt werden sollen. Ihren eigentlichen Wirt, den Hund, schädigen die Bandwürmer meist wenig. Bei starkem Befall kann es zu Verdauungsstörungen und Abmagerung kommen. Besondere Bedeutung haben diese Bandwürmer allerdings für den Menschen.


Anzeichen für Wurmbefall beim Hund

Leider bleibt ein Wurmbefall für den Besitzer meistens unbemerkt. Die abgehenden Eier der Rundwürmer sind nur mikroskopisch nachzuweisen. Lediglich Bandwurmglieder können mit bloßem Auge entdeckt werden. Man kann davon ausgehen, daß 80 bis 100 Prozent der Hundewelpen verwurmt sind, auch wenn viele keine Symptome zeigen. Ein aufgeblähter sogenannter Wurmbauch kann ein Hinweis sein. Häufige wiederkehrende Durchfälle und Abmagerung sind weitere Zeichen bei starkem Wurmbefall. Auch eine verzögerte Welpenentwicklung kann damit in Zusammenhang stehen. Beim erwachsenen Hund sind merkbare Anzeichen eher selten. Verdauungsprobleme, stumpfes Fell oder Rutschen auf dem After sollten an eine Verwurmung denken lassen.


Schadwirkungen der Würmer im Hund

Ein Wurmbefall beim Hund bleibt oft unbemerkt. Dennoch verursachen Würmer verschiedene Schädigungen ihres Wirtes., die im schlimmsten Fall zum Tode führen können. Besonders beim Welpen äußert sich die Verwurmung in einer verzögerten Entwicklung und in einem schlechten Allgemeinzustand. Würmer entziehen dem Organismus wichtige Nährstoffe und Vitamine und produzieren zusätzlich Giftstoffe. Die zum Teil sehr komplizierten Wanderungen der Larven durch den Körper haben Beschädigungen der Organe zur Folge. So kann beispielsweise während der Lungenpassage Husten auftreten. Bei einem sehr starken Wurmbefall kann es durch die Masse der Würmer zu einem bedrohlichen Darmverschluß kommen. Einige der Parasiten saugen Blut aus der Darmschleimhaut und können eine Blutarmut hervorrufen. Außerdem beeinträchtigen sie das Immunsystem, also die Körperabwehr, so daß Impfungen bei verwurmten Hunden wirkungslos bleiben oder der Wurmbefall Wegbereiter für andere Erkrankungen, wie zum Beispiel Parvovirose, sein können. Insbesondere bei Welpen sind bei einer extremen Verwurmung Todesfälle möglich. Bei ausgewachsenen Hunden sind die Schadwirkungen weniger dramatisch, hier stehen Verdauungsstörungen im Vordergrund.


Gefahr für Menschen

Spul-, Haken- und einige Bandwürmer können auf den Menschen übertragen werden durch die unbemerkte Aufnahme von Eiern und Larven. Von Bedeutung sind in unseren Breiten folgende Krankheiten:

a. Toxcariasis (Larva migrans visceralis) durch Spulwürmer. Hauptansteckungsquellen sind mit Hundekot verschmutzte Sandkästen. Nimmt der Mensch Spulwurmeier auf, entwickeln diese sich zu Larven, die über die Blutbahnen in verschiedene Organe wandern. So kommt es zur Schädigung von zum Beispiel Leber, Lunge, Milz oder Gehirn. Besonders gerne verkapseln sich Larven im Augenhintergrund, wo sie eine Beeinträchtigung des Sehvermögens verursachen. Außerdem wird ein Zusammenhang mit Asthmaerkrankungen vermutet. Die Spulwurminfektion verläuft beim Menschen oft unbemerkt, Krankheitserscheinungen zeigen überwiegend Kinder.

b. Hautmaulwurf (Larva migrants cutaneus) durch Hakenwürmer. In den Menschen gelangen die Hakenwurmlarven, indem sie sich durch die Haut einbohren. Sie wandern dann in Bohrgängen in der Haut weiter und verursachen eine juckende und schmerzende Hautentzündung.

c. Diphylidiose durch den Kürbiskernbandwurm (Diphyllobothrium latum). Die Ansteckung des Menschen, besonders betroffen sind Kinder, erfolgt durch ein Belecktwerden von Hund oder Katze. Der Bandwurm nistest sich im Dünndarm ein und kann unbemerkt bleiben oder Verdauungsstörungen hervorrufen.

d. Zystische Echinokokkose durch den Hundebandwurm (Echinococcos granulosus). Die Aufnahme der Bandwurmeier erfolgt über die Hände nach Streicheln von infizierten Hunden oder Kontakt zu verseuchter Erde. Die Larven wandern durch den Körper, hauptsächlich durch Leber und Lunge, wo sie sich zu Blasen entwickeln, die bis zu 20 cm groß werden können. Diese müssen dann operativ entfernt werden.

e. Alveoläre Echinokokkose durch den Fuchsbandwurm (Echinococcos multilocularis). Dieses ist die schwerste und spektakulärste Wurmerkrankung, die beim Menschen zum Tode führen kann. Hauptausscheider ist der Fuchs, aber auch der Hund kann Ansteckungsquelle für den Menschen sein. Die Aufnahme der Eier durch den Menschen kann erfolgen durch den Verzehr von Waldfrüchten, durch den Kontakt zu Füchsen (Jäger) oder beim Umgang mit Hunden. Hunde wiederum können sich nur durch von befallenen Zwischenwirten wie Mäusen infizieren. Im Darm des Menschen entwickeln sich Larven, die in innere Organe mit Bevorzugung der Leber wandern. Dort passiert dann das Fatale, daß sich daraus zahlreiche blasige Bandwurmanlagen entwickeln, die krebsartig in die Organe hineinwuchern. Krankheitssymptome können erst nach Jahren eintreten, wenn eine Operation nicht mehr möglich ist.


Vorbeugung und Behandlung

Zur Bekämpfung der Würmer und zur Gesunderhaltung von Mensch und Hund gibt es verschiedene Möglichkeiten, wozu die Industrie vielfältige Präparate von flüssig über Pasten bis Tabletten und Injektionspräparaten anbietet. Hygiene wie Hände waschen nach Hundekontakt ist grundsätzlich wichtig, um die Übertragung und Verbreitung von Würmern zu vermeiden. Die routinemäßige Entwurmung kann sie nicht ersetzen. Die Wurmmedikamente wirken nur gegen die im Darm befindlichen ausgewachsenen Wurmstadien, nicht gegen wandernde Larven. Fachleute empfehlen für ausgewachsene Hunde eine vierteljährliche Wurmbehandlung mit Paste oder Tabletten gegen die üblichen Rundwürmer. Ist ein tatsächlicher Wurmbefall z. B. durch eine Kotuntersuchung festgestellt worden, sollte nach zwei bis drei Wochen eine Wiederholung durchgeführt werden. Bandwürmer wird man normalerweise nur gezielt behandeln, da man einen Befall anhand der abgehenden Glieder erkennt. Dafür benötigt man spezielle Medikamente. Etwas anderes ist es, wenn mit einem regelmäßigem Befall gerechnet werden muß, insbesondere mit dem gefährlichem Fuchsbandwurm, wie bei Jagdhunden oder Hunden, die sehr viele Mäuse fangen. Da kann sogar eine regelmäßige Bandwurmbehandlung in sechswöchigem Abstand sinnvoll sein. Wegen der Übertragungsmöglichkeit über Flöhe sollte eine konsequente Flohbekämpfung beim Hund durchgeführt werden. Welpen benötigen eine besonders intensive Wurmbehandlung, da sie sich immer wieder neu über ihr Muttertier und die Umgebung infizieren und besonders schnell an Würmern erkranken. Als optimal wird die wöchentliche Wurmkur ab der zweiten Lebenswoche bis nach dem Absetzen angesehen. Gleichzeitig sollte das Muttertier mit vierzehntägigen Wurmkuren vor Infektionen bei der Welpenpflege geschützt werden. Zum Schluß sei noch einmal auf die besondere Bedeutung einer regelmäßigen Wurmbehandlung für die Gesundheit des Hundes und der des Menschen hingewiesen.
 

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